Leap in time

Unternehmen analysieren mithilfe von IT-Giganten wie Google unsere Mails (Wall Street Journal 2018), Facebook wertet Daten des WhatsApp Messengers aus (WhatsApp 2018), Tracker verfolgen unsere Aktivitäten im Netz und intelligente Kameras unsere Bewegungen durchs Einkaufszentrum (Wall Street Journal 2018). Auch klassische Telekommunikationskonzerne wollen Daten über das Verhalten ihrer Kunden vermehrt zu Geld machen. Kurzum: Das Sammeln, das Auswerten und das Verkaufen unserer persönlichen Daten ist das dominante Geschäftsmodell des Digitalisierungszeitalters. Eine Wahl haben Nutzer oft nicht, meistens wissen sie nicht einmal, wofür Unternehmen Daten über ihre Privatsphäre verwenden oder mit wem diese Daten geteilt werden (Dachwitz 2017).

Ein beunruhigendes Bild – und dies obwohl wir ein Recht auf den Schutz unserer persönlichen haben (DSGVO). In einer aktuellen Studie gaben 87 % von 162 Befragten an, dass ihnen der Schutz ihrer persönlichen Daten wichtig sei (von Stock-Homburg/Holthaus 2018). Seit der Einführung der DSGVO im Mai 2018 haben Unternehmen umfassende Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre ihrer Mitarbeiter und Kunden eingeführt. Studien zeigen allerdings, dass die Maßnahmen nicht bei den Betroffenen ankommen; vielmehr beobachten wir eine anhaltende Verunsicherung: Beispielsweise geben in einer Studie 70% der Befragten an, dass sie nicht wissen, ob ihre Privatsphäre bei Unternehmen, für die sie arbeiten oder bei denen sie Kunden sind, wirklich geschützt sind (Stock-Homburg/Holthaus 2018).

Wie sicher ist unsere Privatsphäre wirklich? Dies ist bislang nicht hinreichend geklärt. Vielmehr sind immer wieder Schlagzeilen wie „Datenschutz Grundverordnung führt zur Überforderung“ (Schwan 2018) oder „Mitarbeiter und Kunden stark verunsichert“ zu lesen.
Mit dieser Plattform wollen wir herausfinden wie gut deutsche Unternehmen Ihre Privatsphäre als Mitarbeiter bzw. Kunden schützen. Die Fragen für die Bewertungen wurden an der TU Darmstadt unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Dr. Ruth Stock-Homburg entwickelt. Die Ergebnisse werden anonym und datenschutzkonform durch die TU Darmstadt ausgewertet und auf dieser Plattform veröffentlicht.

In dem wissenschaftlichen Ansatz CHOIVACY „Privacy by the Choice of the User“ (Stock-Homburg/Holthaus 2018) werden Unternehmen danach bewertet, was letztendlich bei den schutzbedürftigen Personen ankommt. Daher bitten wir Sie zu bewerten, inwieweit Sie Ihren Arbeitgeber oder ein Unternehmen, bei dem Sie Kunde sind, im Umgang mit Ihrer Privatsphäre vertrauen.
Natürlich können Sie auch als Unternehmen zu Ihren Aktivitäten rund um Ihre Privacy-Aktivitäten für Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden Stellung nehmen. Wollen Sie Angaben darüber machen, wie Sie als Unternehmen die Privatsphäre Ihrer Mitarbeiter beziehungsweise Kunden schützen? Hier haben Sie hier die Gelegenheit einen kurzen Fragebogen zum Status-Quo in Ihrem Unternehmen auszufüllen.

                        

 

Literatur:
• Dachwitz, I. (2017), Datenschutz – ePrivacy: Was die EU dieses Jahr für Privatsphäre und Kommunikationsfreiheit tun kann, Netzpolitik.org, 30.05.2017,
https://netzpolitik.org/2017/eprivacy-was-die-eu-dieses-jahr-fuer-privatsphaere-und-kommunikationsfreiheit-tun-kann/
• Schwan, H. (2018), Datenschutz Grundverordnung führt zur Überforderung, FAZ, 26.06.2018,
https://www.google.de/amp/m.faz.net/aktuell/rhein-main/datenschutzgrundverordnung-fuehrt-zur-ueberforderung-15659560.amp.html
• Stock-Homburg, R./Holthaus, C. (2018), CHOIVACY – Ein mehrdimensionaler Ansatz zur Bewertung des Privacy-Managements von Unternehmen, DuD – Datenschutz und Datensicherheit, 1/19.
• WhatsApp (2018). FAQ. https://faq.whatsapp.com/general/26000112/?eea=1
• Wall Street Journal (2018). Google says it continues to scan Data from Gmail Accounts. https://www.wsj.com/articles/google-says-it-continues-to-allow-apps-to-scan-data-from-gmail-accounts-1537459989
• Wall Street Journal (2017). Shopping Malls are tracking your every Move. https://www.wsj.com/articles/shopping-malls-are-tracking-your-every-move-1489483800